Corona-Quarantäne: So nicht!

 

Als Video verfügbar unter: https://youtu.be/kLR8gThRqDA

 

Hinweis:

Der Inhalt dieses Artikels wurde in der Zusammenarbeit von Dr. med. H. Fiechtner (parteiloses Mitglied des Landtages von Baden-Württemberg und praktizierender Arzt) mit einem internationalen Netzwerk von Experten auf dem Gebiet der Virologie und Immunologie im Umfeld des FAGULON-Verlages erarbeitet. (Ende März 2020)

Wie kommt es, dass das Virus so schnell ansteckend ist?

 

Für die nach außen herausragenden Proteine des Virus liegen inzwischen genaue Strukturmodelle und auch elektronenmikroskopische Aufnahmen vor. Daraus kann man ableiten, dass diese „Spikes“ aus drei identischen Proteinen bestehen, welche mit hoher Festigkeit an den Rezeptor ACE-2 binden. Dieses Angiotensin-Converting-Enzyme hat eigentlich die Funktion, aus einer Vorstufe das Angiotensin herzustellen, welches eine wichtige Funktion bei Regulation des Blutdrucks hat. Es kommt unter anderem auf den Epithelzellen des Nasen-/Rachenraumes und besonders in der Lunge vor.

 

Das Virus bindet erstaunlich fest an ACE-2, es ist wie angenagelt. Dann allerdings tritt vermutlich ein zweiter Rezeptor hinzu und ein Protein-spaltendes Enzym schneidet in eine spezielle Region (die Furin Sequenz) ein, wodurch der Spike dramatisch verändert. Er wird zu einer spitzen Lanze, die nun die Verschmelzung des Virus mit der Zelle auslöst.

 

Selbst wenn die meisten Viren fehlerhaft „gebaut“ sein sollten, so dass sie nicht mehr für eine Infektion taugen, ist doch durch diesen Mechanismus sichergestellt, dass die Infektion sehr effektiv ist. Vermutlich reichen schon relativ wenige Viren aus. Wenn sie erst einmal eine Zelle befallen haben, vermehren sich die dort rasant und befallen dann benachbarte Zellen. Eine Kettenreaktion ist in Gang gesetzt.

 

Dazu kommt bei SARS-CoV-2 eine andere Neuheit: In den ersten 5-7 Tagen nach der Infektion wird besonders viel davon im Nasen-/Rachenraum produziert. Das ist bei dem alten SARS und bei MERS nicht so. Deshalb können bereits Husten, Niesen und vermutlich sogar eine feuchte Aussprache kleine Tröpfchen erzeugen, in denen jeweils Millionen Viren stecken. Selbst das Abschilfern frisch gebildeter Viren beim Atmen ist leicht vorstellbar, wenn man die neuen Aufnahmen der Scanning-Elektronenmikrospie berücksichtigt. So entstünden infektiöse Aerosole.

 

 

Das Virus ist für Gesunde nachweislich wenig gefährlich. Warum sind dann die Sterblichkeitsraten in vielen Ländern so hoch? Die Antwort ist einfach: Die Daten sind systematisch falsch!

 

Die Ursache liegt hauptsächlich darin, dass die Bezugswerte dramatisch falsch sind. Man testet nämlich nur diejenigen, die sich als Kranke einem Arzt vorstellen. Auch hier werden noch nicht einmal alle getestet! Damit entsteht natürlich ein völlig falscher Bezugswert.

 

Die frisch infizierten Menschen werden nicht erfasst. Dies gilt auch für diejenigen, die zwar Grippe-ähnliche Symptome haben, jedoch keinen Arzt aufsuchen, der dann einen Test veranlassen könnte. Diese Menschen sind fast immer unter 60 und nach 1-2 Wochen wieder ganz gesund. Niemand erfährt, dass sie eigentlich mit dem Virus angesteckt waren. Das beweist eindeutig, dass das Immunsystem von gesunden Menschen ganz leicht mit dem Virus fertig werden kann, selbst wenn keine erworbene Immunität vorliegt!

 

Dazu kommt ein weiterer Fehlschluss, der diese Zahl noch deutlicher senken dürfte: Die meist alten und durch viele gesundheitliche Probleme gezeichneten Menschen sterben vermutlich mit dem Coronavirus, wenn sie positiv getestet werden, nicht aber zwangsläufig durch das Virus. In Italien ist das Durchschnittsalter der „Corona-Toten“ 80 Jahre! In diesen Fällen kommen nicht nur die Vorerkrankungen ins Spiel, sondern auch ein schwaches Immunsystem und zusätzliche Infektionen mit anderen Viren oder auch Pneumococcen.

 

Wenn man also nur diese beiden Quellen falscher Bezugswerte zugrunde legt, kommt man zwangsläufig zu dem Schluss, dass die Sterberate um den Faktor 5-10 niedriger liegt, als angegeben. Dies dürfte besonders für Regionen in Italien oder Frankreich gelten, wo die scheinbaren Todesraten viel höher liegen als in Deutschland und wo es zudem viele alte Menschen gibt, die in einer Großfamilie leben.

 

Aber auch in Deutschland würde man auf der Grundlage der – noch unbekannten – wirklichen Zahl infizierter Personen nicht auf eine Sterberate von 0.5% kommen, sondern eher herausfinden, dass die Mortalität bei 0.1% oder darunter liegt. Das ist nicht viel anders als bei der normalen Grippe. Ein solider Wert kann nur festgestellt werden, wenn man Zehntausende Menschen aus allen Teilen Deutschlands und schließlich die gesamte Bevölkerung testet. Dies wäre auch der effektivste und einzig sinnvolle Weg zur Eindämmung der Epidemie: Die Verhinderung der unwissentlichen Weitergabe der Krankheit durch Isolation – und ggf. Therapie – der Infizierten.

 

Man darf aber bei der gegenwärtigen Hysterie und medialen Angstmache nicht übersehen, dass jedes Jahr rund 25.000 Menschen an grippeähnlichen Erkrankungen sterben. Hinzu kommen die rund 1 Million Patienten, die sich jedes Jahr mit Krankenhauskeimen anstecken, weil die Hygiene in deutschen Krankenhäusern durch die Einsparung von Quarantänestationen für Neuankömmlinge (wie dies in einigen Ländern üblich ist) ziemlich schlecht ist. Das wird gern verschwiegen, obwohl jedes Jahr vermutlich rund 40.000 Patienten nur deshalb sterben, weil diese Keime resistent gegen Antibiotika geworden sind. All dies wird in den Medien selten thematisiert. Man hat sich einfach daran gewöhnt! Keine Kontaktsperre, keine Quarantänestationen, keine Aufregung. Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß. Es ist halt so.

 

 

Die Geiselhaft der europäischen Nationen kann sofort aufgehoben werden, ohne zu einer dramatischen Zunahme der Infektionen zu führen.

 

Wie ich in einem separaten Video zeigen werde, sind die unausweichlichen Folgen eines wirtschaftlichen Zusammenbruchs sehr viel schlimmer als die pessimistischsten Prognosen über die Ausbreitung der Epidemie je sein könnten. Das kann jetzt noch abgemildert, wenngleich nicht ganz verhindert werden.

 

Wie ist das möglich? Zunächst muss die kollektive Geiselhaft des Landes sofort wieder aufgehoben werden. Alle müssen wieder an ihre Arbeitsplätze zurückkehren, oft sogar Sonderschichten einlegen, soweit dies sinnvoll ist. Die meisten Menschen haben nun schon verinnerlicht, wie sie sich vor einer Infektion einigermaßen schützen können: Händewaschen, Abstand halten; Gummihandschuhe vor der Berührung von Flächen tragen, die von vielen Menschen angefasst werden; Schutzmasken im Gedränge anlegen; Flächen immer wieder desinfizieren; sich bei Krankheitssymptomen sofort testen lassen und ggf. für 10-14 Tage in Quarantäne gehen. etc. pp.

 

Wenn nun noch die beschämenden Mangelzustände bei Desinfektionsmitteln, Masken etc. beseitigt werden können, ist ziemlich sicher, dass sich die Zahl der Neuinfektionen verlangsamen wird. So wird bereits diejenige Abflachung der Infektionskurve erreicht, die nötig ist, um in den Krankenhäusern eine Überflutung mit Schwerkranken zu verhindern.  

 

Wie gefahrlos dies möglich ist, zeigt sich auch daran, dass all jene, die nicht dem kollektiven Hausarrest unterliegen – also z.B. die Mitarbeiter der Supermärkte und der Nahrungsmittelindustrie, der Transportunternehmen, des Nahverkehrs, der Polizei u.ä. - nicht von einem dramatischen Anstieg der Infektion betroffen sind. Damit ist eindeutig bewiesen: Es ist bereits mit minimalen Schutzmaßnahmen möglich, eine dramatisch hohe Infektionsrate zu verhindern.

 

Die Vorteile einer maßvoll verlangsamten Ausbreitung der Infektion ohne Hausarrest der Bevölkerung liegen auf der Hand

 

Aufgrund der besonderen Eigenschaften von SARS-CoV-2 ist seine Infektiosität so hoch, dass man die Übertragung in geschlossenen Räumen oder auch beim Einkaufen oder in öffentlichen Verkehrsmitteln kaum ganz verhindern kann. Es werden sich also im Laufe der Zeit ohnehin die meisten Menschen anstecken. Viele werden nicht mehr als Grippesymptome spüren, andere merken es überhaupt nicht.

 

Der offensichtliche Vorteil von Ansteckungen der Gesunden im Arbeitsleben ist klar: Auf diese Weise wird sehr schnell eine natürliche „Vakzinierung“ erzeugt, weil man sich nach überstandener – fast immer harmloser Infektion - nicht mehr anstecken kann. Dies gilt natürlich nur für eine bestimmte – noch unbekannte – Zeit. Es entsteht die sogenannte Herdenimmunität. Wie auch bei Influenca ist damit zu rechnen, dass veränderte Corona-Viren wiederkommen. Gegen diese könnte die so erworbene Immunisierung versagen. Das muss aber nicht sein.

 

Auf einen Impfstoff mit unsicherer Wirkung braucht man nicht zu warten. Der kommt ohnehin zu spät und dürfte wenig nützen, besonders wenn er nicht sorgfältig erprobt wurde und deshalb gefährliche Nebenwirkungen hat.

 

Schweden ist das einzige europäische Land, in welchem die Wissenschaftlicher eine solche milde Form der Eindämmung der Infektion vorgeschlagen haben. Das wurde von Regierung umgesetzt: Das Leben steht nicht still und die Infektionszahlen sind moderat. Südkorea, Taiwan, Singapur, Hongkong und andere haben den Beginn der Epidemie nicht verschlafen und waren – im Gegensatz zu Deutschland u.a. Ländern - auf so etwas sehr gut vorbereitet. Sie konnten die Ausbreitung deshalb früher eindämmen. Auch hier läuft das Leben fast normal weiter.

 

Das entscheidende Mittel zur Eindämmung der Infektion bei gleichzeitiger Aufhebung der Hausarreste ist die Testung aller Einwohner und Einreisenden

 

Käme zu den obigen Maßnahmen nun noch die eigentlich nötige Verdachts-Testung aller Menschen auf SARS-CoV-2 hinzu, dann könnten die vielen unentdeckten Infizierten sofort in Selbstisolation gehen, da die meisten von Ihnen ja nicht ernsthaft krank werden. Zwar wird die Zahl der PCR-Tests in Deutschland hochgefahren, aber das reicht bei weitem noch nicht aus, um flächendeckend alle zu testen. Genau dies muss aber ein vorrangiges Ziel sein: 3-4 Millionen Tests pro Woche können und müssen ermöglicht werden.

 

Warum sollte man eine solche flächendeckende Testung nicht mit Hilfe der Polizei, der Ordnungsämter, von Teilen der Bundeswehr und durch Angestellte der örtlichen Verwaltung logistisch unterstützen können? Das Einsammeln von Proben ist einfach: Man nimmt ein längeres Wattestäbchen und streicht damit über den hinteren Rachenraum, also hinter dem Zäpfchen – nicht über die Zunge oder an der Innenwand der Wange, denn da gibt wenig Viren! Dann wird es in ein Röhrchen gesteckt, Adresse und Telefonnummer drauf und ab in ein Labor. Alle, die bereits getestet wurden, können leicht in den Daten der Einwohnermeldeämter registriert werden. Wer nicht selbst zu einer Sammelstelle für die Proben kommen will oder kann, sollte zur Abgabe seiner Wattestäbchen durch Mitarbeiter der o.g. Organisationen dazu aufgefordert werden, wenn diese anhand der Adressenlisten von Haus zu Haus gehen und die fehlenden Proben einsammeln. Menschen, die keine Proben abgehen, kann man vermutlich mit einem Ordnungsgeld „motivieren“.

 

Auch der Reiseverkehr könnte wieder erlaubt werden, wobei solche Tests auch als Voraussetzung jeglicher Einreise nach Deutschland sein sollten. Natürlich bedeutet dies für jeden einige Stunden Wartezeit. Aber die Staus an den Grenzen und Flughäfen sind ja nichts Ungewöhnliches. Die Wartezeiten der Einreisenden kann man z.B. durch ein leckeres Catering versüßen, was die Stimmung der Wartenden sicher aufhellen wird. Das ist viel sinnvoller als massive Einreisebeschränkungen und geparkte Flieger-Flotten.

 

Jedoch zeigt sich auch bei diesem Vorschlag wieder das unfassbare Versagen der Regierung, welche die PCR-Testkapazitäten im Rahmen einer Staatsreserve hätte ausbauen und vorhalten müssen. Selbst wenn tausende Geräte jahrelang herumstehen, wären die Kosten vergleichsweise minimal gegenüber den katastrophalen Auswirkungen eines wirtschaftlichen Zusammenbruchs. Die erforderlichen Reagenzien für einen spezifischen SARS-CoV-2 Nachweis sind entweder bereits ausreichend vorhanden oder können leicht in großen Mengen produziert werden. Ein kleines Röhrchen mit der spezifischen Primer Sequenz (eine Kette von rund 20 Nukleotiden) für die PCR reicht für Millionen von Tests.

 

Der Schutz der Alten und durch Vorerkrankungen gefährdeten Menschen ist möglich und muss Prioriät haben: Effektives und verantwortliches Cocooning statt genereller Kontaktsperre

 

Dazu muss man aber nicht die ganze Wirtschaft stilllegen. Im Gegenteil, nur die schnelle Reaktivierung der Wirtschaft und die Verhinderung einer Kettenreaktion des Zusammenbruchs können erst die Voraussetzungen schaffen, um die besonders gefährdeten Menschen wirksam zu schützen.

 

In Deutschland gibt es ungefähr 800.000 Menschen, die jeden Tag von Pflegekräften betreut werden müssen. Diese gilt es – neben allen Menschen über 70 und solchen mit relevanten Vorerkrankungen – vor allem zu schützen. Gegenwärtig fehlen hierfür die Voraussetzungen, was zu einer unnötig hohen Zahl von Erkrankungen und Todesfällen führen wird. Die Pfleger besuchen jeden Tag viele Menschen und kommen zudem mit potenziell Infizierten im normalen Leben in Kontakt. So kann ein einzelner Mensch, der unwissentlich infiziert ist, viele gefährdete Personen anstecken und auf diese Weise den Tod von einigen von ihnen verursachen.

 

Haben also alle Pflegekräfte ausreichend gute Schutzmasken, Handschuhe und Desinfektionsmittel? Werden sie in kurzen Abständen auf SARS-CoV-2 getestet? Die Antwort ist leider „Nein“. Dies muss sich sofort ändern! Das wird aber nicht so leicht gehen, weil unsere Regierung verschlafen hat, die Pandemie-Pläne umzusetzen und die notwendigen Materialien in Form eine Staatsreserve zu bevorraten. Nun wird alles Verfügbare in den Krankenhäusern gebraucht. Die gegenwärtig unverantwortliche Form der Altenpflege liefert jedoch immer neue Patienten an die Intensivstationen.

 

Besonders gefährdet sich natürlich alle Angehörigen der medizinischen Berufe. Während sich diejenigen, welche auf Intensiv- oder Infektionsstationen arbeiten, in der Regel noch einigermaßen schützen können, sieht es in kleineren Kliniken und Arztpraxen anders aus. Hier muss es zur Regel werden, dass die Mitarbeiter nicht nur die nötige Ausrüstung haben, sondern auch in kurzen Abständen getestet werden. Sonst können auch sie die Krankheit unwissentlich verbreiten. Auch dies ist noch nicht der Fall und hat hohe Priorität.

 

Schließlich gehört zu einem effektiven Cocooning der gefährdeten Menschen auch deren Versorgung. In vielen Fällen können Familienangehörige oder Nachbarn einkaufen und die Waren sogar vorsichtshalber vor die Tür stellen. Wenn das nicht möglich ist, stellt sich die Frage: Warum sollte der Staat nicht die Lieferdienste für Nahrungsmittel und Güter des täglichen Bedarfs finanzieren? Soweit dies nicht über die einschlägigen Firmen geleistet werden kann, müssten die Paketdienste einspringen. Es wäre leicht möglich, auf regionaler Ebene Telefonnummern oder Internetadressen einzurichten, über welche gefährdete Menschen solche Dienste anfordern können.

 

Ausgewählte Links:

 

SARS Corona Redux: https://www.cell.com/trends/immunology/fulltext/S1471-4906(20)30038-7

 

New Corona Virus stable for hours on surfaces: https://www.niaid.nih.gov/news-events/new-coronavirus-stable-hours-surfaces

 

Covid-19: Navigating the uncharted: https://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMe2002387

 

SARS-CoV-2 Viral Load in Upper Respiratory Specimens of Infected Patients: https://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMc2001737

 

Clinical presentation and virological assessment of hospitalized cases of coronavirus disease 2019 in a travel-associated transmission cluster: https://www.medrxiv.org/content/10.1101/2020.03.05.20030502v1