Die Kunst der passiven Lüge:

Anwendungsbeispiele aus Corona-Zeiten

Autor: Marc DeSargeau

Teil 2

 

Was sind passive Lügen? Wo wird die Kunst ihrer Anwendung beschrieben?

Es handelt sich bei passiven Lügen nicht um Informationen, von denen derjenige, der sie verbreitet weiß, dass sie nicht der Wahrheit entsprechen. In solchen Fällen ist der Lügner moralisch und manchmal auch rechtlich angreifbar. Zudem sind die gewöhnlichen Lügen in der Regel leicht zu entlarven.

Passive Lügen sind viel gefährlicher: Sie verwenden Ausschnitte der Wahrheit und verarbeiten sie in einer Weise, die beim Empfänger solcher „Informationen“ ein Bild entstehen lassen, welches mit der Realität nicht viel zu tun hat. Wenn er diese Manipulation nicht durchschaut, hat er sich gewissermaßen selbst belogen. Der passive Lügner kann seine Hände also in Unschuld waschen, er hat ja nichts Unwahres verbreitet.

Eine Sammlung solcher Methoden ist im Buch „Müllers Manual, Bewährte Methoden zur Bereinigung der Realitätswahrnehmung der Bevölkerung“ zu finden.

In nachfolgenden Text wird auf die Anwendung der Methoden passiven Lügens verwiesen, die zum jeweiligen Thema passen. Im Interesse der Vereinfachung werden für die Verweise auf Methoden der passiven Lüge Abkürzungen verwendet. Ein Beispiel: MM C-2 steht für die Methode 2 aus dem Abschnitt C (also C-2) aus Müllers Manual (abgekürzt MM).

 

Passive Lügen zu Deutschlands „Erfolg“ bei der Eindämmung der Epidemie: Die Methode MM F-4 bewirkt die Blockade der Wahrnehmung unerwünschter Tatsachen

Deutschland wird im Ausland völlig zu Unrecht für die Handhabung der Krise gelobt. Es hat viel zu spät reagiert, seine Pandemie-Pläne nie umgesetzt und war in lächerlicher Weise unvorbereitet. Wie man die Ausbreitung des Virus frühzeitig eindämmt, haben u.a. Südkorea, Taiwan, Vietnam und andere Staaten vorgemacht. Zudem gibt es in Deutschland kaum Großfamilien wie in Südeuropa, wo mehrere Generationen zusammenleben und die Alten durch den Kontakt mit den Jüngeren infiziert werden. Unsere Alten leben entweder allein oder in Heimen. In der Regel werden sie selten von ihren Verwandten besucht. Zudem ist rund ein Drittel der Haushalte in Großstädten ein Single-Haushalt. Sicher trägt auch die besondere Disziplin und Folgsamkeit der deutschen Bevölkerung zur Eindämmung der Ausbreitung des Virus bei. Schweden hat die anfängliche Ausbreitung nicht eindämmen können und sich dennoch im Alleingang für einen maßvollen und vernünftigen Umgang mit der überwiegend ungefährlichen Infektion entschieden. Die Zahlen von Infizierten und Toten geben den Verantwortlichen Recht. So ähnlich hätte man es auch in Deutschland machen können.

 

Passive Lügen durch die geschickte Interpretation statistischer Daten (Methode MM I-1): Durch viele Tests entstehen automatisch viele falsch positive Resultate

Zunächst sagen Infektionszahlen – selbst wenn es korrekt festgestellte Infektionen sind – nichts über die Gefahren aus. Wichtig ist die Zahl der Erkrankten, besonders derjenigen, die wirklich an einer SARS-CoV-2 Infektion und ihren noch unverstandenen Folgen (siehe Addenum) leiden oder verstorben sind. Diejenigen, die aufgrund ihres hohen Alters und vieler Vorerkrankungen u.a. mit SARS-CoV-2 verstarben, müssen separat gezählt werden. Auch deshalb ist die ständige Publikation dieser Zahlen eine Anwendung der Methode MM I-1 zum Missbrauch statistischer Daten zur Rechtfertigung falscher politischer Entscheidungen.

Wie viele der politisch motivierten "Widerlegungen" durch die Correktiv-Amateure ist zudem auch das Argument mit der 98,5-99%igen Präzision der PCR-Tests eine passive Lüge. Diese Tests zeigen also in 1 bis 1,5% der Fälle eine Infektion an, die nicht besteht. Damit ergibt sich die Schlussfolgerung, dass bei Massentestungen ein wesentlicher der Ergebnisse Teil falsch-positiv ist, wenn nicht Bestätigungstests mit alternativen Methoden durchgeführt werden. Wenn z.B. 2% der Getesteten wirklich positiv sind und 1% falsch positiv, hat der Test natürlich nur eine 33%ige Genauigkeit. Wenn nur 1% der Getesteten wirklich positiv ist, erhöht sich der Anteil der falsch diagnostizierten Menschen auf 50%. Wenn also in einer Woche rund 300.000 Tests durchgeführt werden, dann entstehen allein schon durch die hohe Zahl der untersuchten Personen rund 3000 falsch-positive Diagnosen. Das ist ungefähr so viel, wie die Zahl der "Neuinfektionen" nach dem Abklingen/Auslaufen der Infektionswelle.

Hinzu kommt die falsche Gleichsetzung von PCR-positiven Menschen mit infektiösen Personen bzw. mit Erkrankten. Wie neueste Studien zeigen, scheiden frisch infizierte Menschen am 2-4 Tag die meisten intakten, d.h. ansteckenden Viren aus. Nach 7-10 Tagen ist das aber schon vorbei. Danach wird zwar noch die Virus RNS von toten Viren für maximal 60-90 Tage nachgewiesen, diese sind aber nicht mehr infektiös. 

Da aber sowohl die unerkannt falsch Positiven als auch die nicht mehr infektiösen Personen als "Neuerkrankungen" gezählt werden, entsteht eine weitere passive Lüge mit Hilfe von Statistiken. 

 

Passive Lügen mit Hilfe „spiegelnder Glasglocken“ (Methode MM E-1): Unter der schillernden Oberfläche der Euphorie bei der Impfstoffentwicklung liegen gefährliche und vermutlich wenig wirksame Produkte

Antikörper gegen SARS-CoV-2 sind gegenwärtig das Hauptziel der Impfstoffentwicklung. Sie müssen jedoch nicht immer schützen. Sie können auch zu einer Verstärkung der Infektion führen, indem sie Immunkomplexe bilden. Die "Hinterteile" dieser Antikörper binden dabei an Rezeptoren (die sogenannten Fc-Rezeptoren) auf verschiedenen Immunzellen (Makrophagen, Dendritische Zellen, Monozyten). So kann das Virus eindringen, ohne dass es seinen eigentlichen Bindungsort (den ACE-Rezeptor) benötigt. Dies gilt auch für neutralisierende (also eine Infektion verhindernde) Antikörper, wenn sie in geringen Konzentrationen vorkommen. Besonders dann, wenn sie auf Viren treffen, die sich bereits genetisch verändert haben, weshalb sie ihnen gegenüber eine geringere Bindungskraft haben. Impfstoffentwicklungen gegen Dengue-Virus und eine SARS-Form bei Katzen mussten Aufgrund der Verschlimmerung der Erkrankung durch solche Antikörper gestoppt werden. Diese Tatsachen werden jedoch unsichtbar gemacht, indem man die schillernde Glasglocke hoffnungsvoller Berichterstattungen und massiver Finanzierungen darüber stülpt (Methode MM E-1).

Selbst wenn diese Probleme gelöst werden könnten, bleibt ein anderes Problem, das gegenwärtig nicht abgeschätzt werden kann. Angesichts der nachgewiesenen hohen Zahl von Mutationen im Spike-Protein (das sogenannte S-Protein, also die "Stachel" des Virus) von SARS-CoV-2 kann es einem solchen Impfstoff genauso ergehen, wie den Grippeimpfstoffen: Sie werden größtenteils wirkungslos sein, wenn sie auf den Markt kommen, weil sich das Virus inzwischen verändert hat.

Unter der schillernden Oberfläche der Euphorie bei Impfstoff-Forschung bleibt auch eine weitere große Gefahr unsichtbar. Die neueste und noch nie am Menschen erprobte Form der Impfung klingt elegant und einleuchtend: Man bringt einfach ein wichtiges Stück der Erbinformation des Virus in die Körperzellen ein. Sie können zwar keine Viren produzieren, dafür aber das Protein des "Stachels" mit dem sich SARS-CoV-2 an seinen Rezeptor anheftet. So soll dann das Immunsystem angeregt werden, Antikörper dagegen zu bilden. Das könnte effektiver sein, als die herkömmlichen Methoden, bei denen man abgetötete Viren, gentechnisch herstellte Virusproteine oder zu Trägern umgebaute Adenoviren spritzt.

Allerdings gibt es dabei eine Vielzahl von unbekannten Risiken, denn diese Methode wurde noch nie beim Menschen eingesetzt: Werden diese Genfragmente in Nanopartikel oder kleine Liposomen verpackt, um sie vor frühzeitigem Abbau zu schützen und in die Zellen zu bringen, ist völlig unklar, wo sich diese Partikel im Körper anreichern. Sammeln sie sich z.B. in der Leber oder anderen Organen, könnten diese Zellen durch Killerzellen des Immunsystems angegriffen und zerstört werden, sobald die Immunreaktion einsetzt. Sie können aber auch überschießende Immunreaktionen auslösen, die gefährlicher sind als eine SARS-CoV-2 Infektion. Ob sich diese neuen Genfragmente vielleicht sogar permanent in einige Zellen einbauen und so Krebs auslösen, ist ebenfalls nicht untersucht worden. Das kann innerhalb von wenigen Monaten nicht untersucht werden. So etwas braucht Jahre. Angesichts der oben genannten Probleme und Gefahren ist eine Impfstoffentwicklung innerhalb von Monaten – statt der sonst üblichen 5-10 Jahre – ein gefährliches Risiko, welches durch die Methode MM E-1 unter der spiegelnden Glasglocke erster Erfolgsmeldungen und Milliardeninvestitionen versteckt wird.

 

Passive Lügen bei der Impfung: Warum werden so wenige Menschen krank? Unter anderem, weil die meisten bereits geimpft sind! Das Ziel der Impfung der gesamten Weltbevölkerung ist ein Business- und Fördermittel-Coup.

Der Hype um die Impfung der gesamten Weltbevölkerung ist hauptsächlich ein Business-Coup. Er wird blauäugig (oder listig?) unterstützt von einem sehr reichen Mann, der Steuern durch die Einrichtung einer Stiftung vermeidet, die sich über z.T. fragwürdige Investitionen selbst refinanziert. Allerdings sind die allermeisten Zuwendungen aus dieser Stiftung sinnvoll und durch kompetente Gremien evaluiert. Als Großspender der WHO übt sie jedoch eine beträchtliche gesundheitspolitische Macht aus, die sich auch auf die Entscheidungen zur Impfstrategie auswirken dürfte. Bereits jetzt wurden durch die US-Regierung 2 Milliarden Dollar einer Firma versprochen, ohne dass ein wirksamer Impfstoff vorliegt. Man will u.a. 100 Millionen Dosen kaufen. Auch die Bundesregierung sprang auf diesen Zug auf: 140 Millionen sind zugesagt, dazu kommen Abnahmegarantien und eine wirklich spektakuläre Ausnahmeaktion: Die Übernahme von Haftungsrisiken bei Impfschäden. So kann man sorglos irgendeinen Impfstoff ohne genaue Prüfung auf den Markt bringen, ohne sich um die Konsequenzen kümmern zu müssen. Allerdings: so wie dies bereits bei der Schweinegrippe der Fall war, werden die Milliarden möglicherweise für Impfstoffe ausgegeben werden, die später klammheimlich vernichtet werden müssen, weil sie entweder wirkungslos sind oder nicht mehr gebraucht werden.

Um diese Ausgaben dennoch zu rechtfertigen, ist es nicht nur notwendig, den Deckel der spiegelnden Glasglocke über der Wirklichkeit geschlossen zu halten. Man muss auch die Methoden der Bestätigung durch „alle“ Fachleute (MM D-2) und der ständigen Wiederholung (MM D-3) anwenden. So propagieren Politik und Medien die Hoffnung auf einen Impfstoff als einzige Rettung aus der angeblichen Katastrophe. Die Kombination von Angst vor dem Virus und Hoffnung auf Errettung durch den Staat ist ein optimales Instrument zur Disziplinierung der Bevölkerung. In dieser Atmosphäre kann man auch viele Überwachungsgesetze im Parlament durchwinken, was kaum jemand bemerkt und worüber die sich nur wenige – ergebnislos – aufregen.   

Die Impfhoffnung ist jedoch nicht nur gefährlich, wie oben dargestellt. Sie ist auch unberechtigt. Sehr viele Menschen sind schon immunisiert! Dies sogar in einer wesentlich effektiveren Weise geschehen, als es durch Antikörper möglich ist. Nach ersten Studien besitzen zwischen 35 und 50% der Gesunden offenbar schon zytotoxische T-Zellen, die diejenigen Zellen attackieren, die mit SARS-CoV-2 infiziert sind und so die Vermehrung des Virus stoppen. Vielleicht sind es in einigen Ländern sogar noch mehr. Wie ist das möglich? Es ist eine Folge der Vorinfektionen mit anderen SARS-Viren, welche die meisten Menschen schon durchgemacht haben und als normale Erkältungskrankheiten empfanden. Wegen der Ähnlichkeit mit SARS-CoV-2 reagieren diese Zellen nun auch mit diesen Virusproteinen an der Oberfläche infizierter Zellen. Das erklärt auch, warum die allermeisten Menschen wenige oder überhaupt keine Symptome nach einer Infektion aufweisen.

Es gibt aber nicht nur im kommerziellen Bereich starke finanzielle Anreize zur Entwicklung von Impfstoffen. Wie damals auch bei HIV/AIDS kann man schnell große Forschungsmittel erhalten, wenn man an diesem Thema arbeitet. Oft werden in solchen Situationen durch findige Antragsteller auch die entferntesten Bezüge zu der gerade modernen Krankheitswelle genutzt, um eine Bewilligung für zusätzliche Forschungsgelter zu erhalten. Es hängen neue Mitarbeiter, Labore und Forschungsgeräte daran. So bekommen auch Karrieren einen schnellen Schub. Wie überall gibt es auch in der Forschung nicht nur uneigennützige Motive.

 

Passive Lügen zur Verstärkung der staatlichen Überwachung aller Bürger: Die Verengung des Betrachtungsrahmens (Methode MM B-1) auf eine angebliche Gefahrenabwehr

China hat bereits vorgemacht, was heute technisch und großem Maßstab möglich ist: Die Gesichtserkennung aller Menschen an jedem Ort. Daraus werden dann Verhaltensprofile erstellt, die zeigen, ob es sich um einen gesetzestreuen oder einen auffälligen Bürger handelt. Dementsprechend wird er einer der verschiedenen „Kasten“ zugeteilt, die unterschiedliche Freiheiten (z.B. bei Reisen) und Möglichkeiten (z.B. bei der Berufswahl, Kreditvergabe oder der Studienzulassung der Kinder) besitzen. So weit wird es in Deutschland und anderen westlichen Ländern vermutlich (nicht so bald) kommen. Allerdings sind die komplizierten Maßnahmen des Datenschutzes schon jetzt mehr ein Vertuschungssystem als eines, welches die Privatsphäre der Bürger schützt. Die meisten Menschen lassen sich zudem freiwillig durchleuchten, indem sie z.B. durch Bonuskarten ihr Kaufverhalten offenlegen oder ihr Privatleben und ihre politischen Ansichten in den sozialen Medien zur Schau stellen.

Um eine weitergehende Überwachung zu rechtfertigen, ist die Methode Einschränkung des Betrachtungsrahmens (MM B-1) besonders geeignet. Dazu muss man die Aufmerksamkeit auf die Gefahrenabwehr richten und die neuen Maßnahmen dadurch rechtfertigen. Dazu eignete sich bisher die Terrorabwehr besonders gut. Kaum einer spricht darüber, dass potentielle Terroristen natürlich längst auf unkontrollierbare Kommunikationswege ausgewichen sind. Zunächst werden die Maßnahmen als zeitweilige Überwachung eingeführt. Nach einer Zeit haben sich alle daran gewöhnt, die Medien schweigen und so wird schließlich ein Dauerzustand geschaffen.

Ähnlich dürfte es sich bei der elektronischen Gesundheitskarte verhalten, durch die ein schwer kontrollierbarer Austausch von Patientendaten ermöglicht wird. Es ist zu erwarten, dass die Daten über Corona-Infektionen, Impfungen, Reisen, Aufenthaltsorte und Kontakte in ähnlicher Weise erhoben und gespeichert werden. Erneut bietet sich die Gefahrenabwehr – vermutlich mit Hinweis auf eine drohende zweite oder dritte Infektionswelle – für eine Verengung des Betrachtungsrahmens an, wodurch solche Datensammlungen logisch und nötig erscheinen. Die Natur solcher Systeme und ihre vermutlich dauerhafte Etablierung liegt außerhalb des verengten Betrachtungsrahmens und wird irgendwann akzeptiert oder vergessen.

 

Addenum

Das mysteriöse und schwere Krankheitsbild bei einigen COVID-19 Patienten: Lymphokinstürme und ihre Folgen

Als „Lymphokinsturm“ wird eine noch nicht völlig verstandene Kaskade von Immunreaktionen bezeichnet, die durch Botenstoffe des Immunsystems (Lymphokine) ausgelöst wird. Dies ist eine heterogene Gruppe von kleinen Eiweißen oder Peptiden, welche mit hoher Spezifität an bestimmte Rezeptoren von Immunzellen binden und so Signale in das Innere der Zellen senden. Daraufhin vermehren sich die entsprechenden Zellen meistens und senden ihrerseits Botenstoffe aus, die andere Zellen aktivieren. Schließlich werden auch Botenstoffe ausgesandt, welche Entzündungsreaktionen auslösen, die in verschiedenen Organen ganz unterschiedliche Folgen haben können. Normalerweise sind diese Abläufe sehr genau reguliert, so dass eine überschießende Reaktion des Immunsystems verhindert wird. Bei den unten beschriebenen Prozessen hat diese Regulation jedoch weitgehend versagt. Es entsteht keine gezielte Abwehrreaktion, sondern ein ungeregelter Lymphokinsturm, der zum Tod führen kann.

 

Eine wahrscheinliche Ursache: Eine Typ IV Reaktion des Immunsystems

Die wirklich schweren Krankheitsverläufe bei COVID-19 haben wahrscheinlich nur indirekt mit SARS-CoV-2 zu tun. Vermutlich sind sie entweder eine Folge einer Typ IV Reaktion oder durch das Phänomen ADE ausgelöst (siehe unten). Bei der Typ IV-Reaktion (Typ IV Überempfindlichkeit) präsentieren Makrophagen das Virus oder seine Proteine gegenüber T-Gedächtniszellen, welche durch ähnliche SARS-Viren bereits „trainiert“ wurden. Dies ist bei einigen Menschen nachweislich der Fall, weil seit langer Zeit ein großer Teil der Menschen Infektionen mit anderen SARS-Viren durchgemacht hat. Jetzt senden diese Immunzellen Botenstoffe (sogenannte Lymphokine) aus, die T-Helferzellen anlocken, welche wiederum eine Kaskade von entzündlichen und zytotoxischen (Zellen abtötenden) Immunreaktionen auslösen. Dass 35 bzw. 50% der Gesunden bereits zytotoxische T-Zellen besitzen - also gegen SARS-CoV-2 "vorimmunisiert" sind - wurde bereits nachgewiesen und ist somit ein entscheidendes Argument zugunsten dieser Theorie. Als Folge einer Kaskade von Immunreaktionen entstehen Entzündungsreaktionen, die u.a. Lungenfibrose, Blutgerinsel und neurologische Schäden hervorrufen. Sie sind wohl auch für die Langzeitfolgen, die bei COVID-19 Patienten beobachtet werden, verantwortlich. Das Virus hat damit nichts mehr zu tun und ist meist auch nicht nachweisbar.

Eine andere mögliche Ursache: Antibody-dependent enhancement (ADE)

Alternativ kann auch die Antikörper-vermittelte Verstärkung der Erkrankung (ADE) zum krankheitsauslösenden Lymphokinsturm führen. Dabei wird aus einem zunächst harmlosen Krankheitsbild plötzlich eine lebensbedrohliche Lungenentzündung unter Einbeziehung ähnlicher Reaktionen in anderen Organen. Genauso einen Verlauf kann man bei vielen Patienten mit schweren Krankheitsverläufen beobachten: Eben hatten sie noch einen rauen Hals und etwas Fieber und einige Zeit später stellt sich dann plötzlich Atemnot ein und sie landen auf der Intensivstation.

ADE ist schon bei SARS-1 und MERS beobachtet worden. Dieser Prozess kann einen Lymphokinsturm mit schweren Lungenentzündungen u.ä. hervorrufen, obwohl kaum Virus nachweisbar ist. Warum sollte es bei dem sehr ähnlichen SARS-CoV-2 anders sein? Bei der ADE-Reaktion binden sich Antikörper an das Virus, welche jedoch nicht völlig neutralisierend sind. Entweder, weil ihre Bindungsstärke nicht ausreicht, oder weil das Virus sich im Zuge der Infektion bereits genetisch verändert hat. Diese Antikörper verschaffen dem Virus nun Eintritt in Makrophagen, Dendritische Zellen und Monozyten und zwar über deren Fc-Rezeptoren, die den hinteren Teil der Antikörper binden. Es braucht also den SARS-CoV-2 Rezeptor (ACE) überhaupt nicht mehr. Solche Zellen senden nun Botenstoffe aus, die viele andere Immunzellen anlocken und aktivieren. Das löst den gefährlichen Lymphokinsturm aus, der in den meisten Fällen die Todesursache ist. Das Virus ist daran also nur indirekt beteiligt. Vielleicht sind deshalb auch alte Menschen stärker von ADE betroffen, weil sie langsamer hochaffine neutralisierende Antikörper bilden, also mehr von den Antikörpern haben, die ADE auslösen können. Natürlich können auch bereits existierende Antikörper gegen andere Coronaviren für dieses Phänomen verantwortlich sein. Sie kommen vermutlich bei vielen Menschen vor, da ja eine Vorimmunisierung anhand der T-Zellreaktionen bereits bewiesen ist.