Die fünf Mayerhof'schen Gesetze

Was sind die Mayerhof'schen Gesetze?


Ausschnitte aus diesen Texten werden in kurzen Abständen auf Worpress publiziert:

http://fagulon.wordpress.com


Die 5 Mayerhof'schen Gesetze stehen in engem Zusammenhang mit der Neuerscheinung "Voxe Popse". Es handelt sich dabei um einen Politthriller in Form eines "Bromans". Die Essays, in denen die Hauptfigur des Buches, der unter mysteriösen Umständen im Jahr 2016 ums Lebens gekommene Bundesfinanzminister Prof. Mayerhof, die Grundzüge dieser Gesetze allgemeinverständlich erklärt, werden jedoch auch als separates eBook und Buch publiziert. Der Autor Leander Golman schreibt unter einem Pseudonym, denn er folgt der Maxime:


"Das Werk soll glänzen, nicht der Autor."


 

 

Dies sind die 5 Mayerhof'schen Gesetze. Sie stehen unter dem Motto:


"Wer wichtige Erkenntnisse in Wirtschaft und Politik ignoriert, der könnte ebenso gut die Uhr anhalten, um Problemen der Zukunft zu entkommen!"


1. Das Gesetz vom Tanz der Marionetten vor der Fassade der Demokratie


2. Das Gesetz der "politisch korrekten" Überkompensation von Fehlern der Gegenwart und Vergangenheit


3. Das Gesetz nach dem Finanz-Luftballons immer solange aufgeblasen werden, bis sie platzen


4. Das Gesetz der direkten Proportionalität zwischen Vernetzung und Durchleuchtung


5. Das Gesetz von der Sprengkraft "überflüssiger" junger Männer

 

Vorbemerkungen zu den 5 Gesetzen des Funktionierens gesellschaftlicher und politischer Prozesse


Jan Mayerhof, Januar 2014


Man könnte diese 5 Gesetze für die modernen Nachfolger der Parkinson'schen Gesetze oder des Peter-Prinzips halten. Auf den ersten Blick mag das so scheinen. Allerdings sind sie tatsächlich viel allgemeingültiger und in ihrer Wirkung wesentlich brutaler, als es die humoristischen Überzeichnungen von Parkinson und Peters waren. Die nachfolgend beschriebenen Gesetzmäßigkeiten wirken in weiten Teilen der Industriestaaten. Das fünfte Gesetz ist jedoch zusätzlich eine der wichtigsten Ursachen der Probleme vieler Entwicklungsländer.


Das Verständnis der in den 5 Gesetzen beschriebenen Mechanismen und Hintergründe wird durch griffige, manchmal ironisch oder sogar zynisch klingende Formulierungen erleichtert. Deshalb ist dieser Stil auch sinnvoll und angebracht. Jedoch könnte dadurch oft der Eindruck einer Anklage, eines Vorwurfs oder einer Schuldzuweisung erweckt werden. Einem solchen Missverständnis muss nachdrücklich widersprochen werden: Es sind die Verhältnisse, die das Denken und Handeln der Menschen in ihrem Berufsleben und Alltag bestimmen! Die meisten Menschen gleichen einem dünnflüssigen Teig, der in jede beliebige Form fließt, sich all ihren Details anpasst und schließlich darin gebacken wird und erstarrt. Dieses Verhalten steht jedoch oft im Widerspruch zu ihrem Selbstverständnis und wird deshalb verdrängt.


Ein Börsenspekulant ist nicht unbedingt böse oder gierig, wenn er an einem Tag Milliarden um den Erdball sausen lässt und riesige Profite erzielt, ohne dass irgend Produkt entstanden oder irgend eine sinnvolle Dienstleistung erbracht worden wäre. Es ist einfach sein Job im Rahmen eines Systems, dass er nicht geschaffen hat. Er ist nicht zwangsläufig egomanisch geldgeil, wenn er Millionen-Provisionen einstreicht. Die Regularien seiner Firma und die Gesetze ermöglichen es ihm. Wer würde in einer solchen Situation wohl darauf verzichten? 


Die Polit-Marionetten sind nicht in jedem Fall ahnungslose Abnicker, weil sie beispielsweise zu faul oder uninteressiert sind. Sie gelangen im Ergebnis eines jahrzehntelangen Prozesses der Selektion von Unterdurchschnittlichkeit auf ihre Position und finden sich dort als Tänzer auf der Bühne einer Fassadendemokratie wieder, deren Funktionsweise sie auch beim besten Willen nicht verändern können. Was tun, wenn sich die letzten Illusionen eines Jungparlamentariers bereits nach wenigen Monaten verflüchtigt haben? Selbstverständlich kann man den Bundestag protestierend verlassen. Aber wer macht das, nachdem er – zusammen mit anderen – endlos lange auf ein Mandat hingearbeitet hat? Liegt da nicht der Gedanke nahe, sich anzupassen und auf kleine Schritte der Besserung und Einflussnahme zu hoffen, um im Schoße dieser Hoffnung schließlich zu einem willfährigen Teil eines Marionetten-theaters zu werden, ohne es selbst wahrhaben zu wollen?

 

Die Menschen, die erzwungen, notgedrungen oder freiwillig als Parasiten des Wohlfahrtsstaates leben, tun dies in der Regel nicht aus bösem Willen oder Faulheit. Sie nutzen einfach die Möglichkeiten, die ihnen geboten werden. Viele Migranten werden natürlich von der luxuriösen Rundum-Versorgung des deutschen Sozialstaates angezogen, die ihnen - im Vergleich zu ihren Herkunftsländern - wunderbare Lebensbedingungen ermöglicht. Wer würde in der gleichen Situation anders handeln?


Da es wissenschaftlich zweifelsfrei bewiesen ist, dass beim Erwachsenen etwa 70-80% der geistigen und charakterlichen Fähigkeiten durch ein komplexes Zusammenwirken von Genen festgelegt ist, kann man denjenigen, die z.B. eine geringe rational-analytische Intelligenz besitzen, dies nicht zum Vorwurf machen. Auch die besten Ausbildungsanstrengungen können an den intellektuellen Grenzen dieser Menschen nichts ändern. Nun sind aber in der modernen Informations- und Industriegesellschaft die meisten Arbeitsmöglichkeiten, in denen sie z.B. ihre manuellen Talente und ihre Körperkraft - oder auch mitmenschliche und künstlerische Fähigkeiten - einsetzen könnten, verloren gegangen. Obwohl dies ungerecht ist, wird jedoch die berufliche Position eines Menschen fast ausschließlich durch seine Verwertbarkeit in der Marktwirtschaft bestimmt. Die Landwirtschaft wird jetzt von Maschinen gemacht, die Fließbänder sind durch Automaten ersetzt worden und die Näherinnen arbeiten in asiatischen Billiglohnländern. Wenn viele der intellektuell minderbemittelten Menschen nun in einem Strudel von freiwilligem oder notgedrungenem Parasitismus versinken, schließlich nach Jahren auch die Fähigkeiten und Motivationen verlieren, sich daraus zu befreien - dann kann man das ihnen das nicht immer zum Vorwurf machen. Noch viel weniger ist der  erzwungene Parasitismus qualifizierter älterer Arbeitsloser oder von vielen Asylbewerbern zu kritisieren.


Ähnliches gilt auch für die Art und Weise, wie die Angestellten von großen Internetfirmen, Banken und Geheimdiensten die Fülle der Informationen nutzen, die automatisch als Folge der elektronischen Vernetzung und Speicherung fast aller Handlungen eines Menschen entstehen. Sie machen ihren Job im Rahmen eines Systems, welches Informationen ausbeutet, so wie Bergbauunternehmen ihre Minen ausbeuten: Man baggert das Erz aus dem Boden, extrahiert die wertvollen Bestandteile und verkauft sie. Welchen Vorwurf kann man einem Menschen machen, der in diesem System arbeitet und so seine Familie ernährt? Kann er etwas ändern? Einige Mutige plaudern ein paar schmutzige Geheimnisse aus. Das ist nützlich und ehrenwert. Das System wird sich kurz schütteln und dann weitermachen wie bisher.


Wie können wir die Radikalisierung, die Neigung zu blutigen Bürgerkriegen und den  Terrorismus als pure Bosheit der mordenden Horden abtun, ohne zu begreifen, dass die riesige Zahl objektiv überflüssiger junger Männer in vielen Ländern eine dramatische Sprengkraft hat, die allein aus deren Lebenssituation erwächst? Sie haben oft keine Bildung und fast immer keine Arbeit. Sie können keine Familie gründen und ernähren. Ihre Überflüssigkeit und Nutzlosigkeit wird ihnen an jedem Tag ihres Lebens vor Augen geführt. Hunger, Krankheiten und Nichtstun begleiten sie. Ist es wirklich so verwunderlich, wenn sich viele von ihnen Bürgerkriegsarmeen anschließen und dann - ideologisch oder religiös fanatisiert - unter dem Gruppen-zwang ihrer Bande morden? Mit einer Waffe in der Hand sind sie von einem Niemand zu einer Angst einflößenden Autorität geworden. Ist nicht sogar eine Hochkultur wie Deutschland in kürzester Zeit zu einer hocheffizienten Mordmaschine umgedreht worden? Die Verhältnisse waren halt so. Ihnen passen sich die meisten Menschen an. Derjenige, der ganz sicher ist, dass er diesen Zwängen entfliehen, die Verhältnisse allein ändern könnte, der werfe den ersten Stein!


Es sind die gesellschaftlichen Verhältnisse, welche erlauben, dass die nachfolgend beschriebenen Gesetze wirken. Sie muss man ändern - nicht die Menschen. Letzteres haben Religionen und Ideologien seit Jahrtausenden versucht. Wenn sich einige Erfolge einstellten, waren sie flüchtig, sobald sich die Verhältnisse änderten.


Sind die Lebensbedingungen in Deutschland paradiesisch im Vergleich zu denen in den meisten anderen Ländern der Welt? Natürlich sind sie es! Wir sollten jeden Tag mit großer Dankbarkeit begrüßen, da wir nicht in primitiven Hütten, umgeben von Hunger, Kriegen und Krankheit, aufwachen müssen. Mehrere hundert Millionen Menschen müssen unter diesen Bedingungen täglich um ihr Überleben kämpfen. Wie lange bleibt unser Leben allerdings noch so? Hat es nicht 1914, 1929 und 1939 in einer Situation scheinbar friedlicher Prosperität plötzliche und dramatische Katastrophen gegeben, die (fast) niemand voraussah und die doch Millionen in Tod und Unglück stürzten? Staaten lernen in der Regel nicht aus Krisen, dazu haben sie meist ein zu festes Gefüge. Sie lernen nur aus Katastrophen, die das gesamte Gebäude oder wesentliche Teile davon zum Einsturz bringen. Auf den Trümmern können dann funktionsfähige Neubauten errichtet werden. Das kann, muss sich aber nicht wiederholen. Auch deshalb ist es sinnvoll, die Gesetzmäßigkeiten schonungslos zu beschreiben, die viele Gesellschaften gegenwärtig beherrschen.


In diesem Sinne laufen die meisten der "politisch korrekten" Verurteilungen und Anklagen, welche die Veröffentlichung der 5 Gesetze vermutlich eines Tages zur Folge haben wird, ins Leere. Allerdings wird das Lügengebäude der gutmenschlichen Illusionen ohnehin irgendwann durch die Wirklichkeit zum Einsturz gebracht. Bis dahin reicht es natürlich, den Autor und seine Thesen nach bewährter Manier durch die Methoden der "politisch korrekten" Verleumdung, wie sie im zweiten Gesetz umrissen sind, zu diffamieren. Geifernde Gutmenschen-Darsteller werden sich über ihn und alle zu erheben, die seine Ansichten teilen.


Werden im Rahmen der Darstellung der 5 Gesetze Alternativen zum bisherigen Handeln aufgezeigt, werden neuartige Konzepte vorgeschlagen? Ja, sie sind in diesen Essays allerdings oft nur wenigen Sätzen angerissen, weil ihrer Darstellung ein umfassendes Buchmanuskript gewidmet ist. Darin wird eine ganz neue Form der Organisation moderner Staaten und der kenntnisreichen demokratischen Mitwirkung derjenigen Bürger entwickelt, die dies können und wollen. Die ausführliche Darstellung dieser Ideen würde jedoch den Rahmen der Beschreibung der 5 Gesetze sprengen. Sie werden deshalb nur in Teilen und groben Umrissen erwähnt.