Kurzbiographie von Lothar Müller

 

Lothar Müller glaubt an nichts mehr - an keine Ideologie, keine Religion und keine allgemeingültige Moral oder Ethik. Seine Lebensgeschichte hat die Farben grundsätzlicher und fester Überzeugungen von ihm abgewaschen. Er genießt es, sein Leben in Wohlstand und großer persönlicher Freiheit durch den Verkauf seiner Erfahrungen mit der Beeinflussung der öffentlichen Meinung finanzieren zu können und ist damit völlig zufrieden.

Müller wurde in Leipzig in der damaligen DDR im Jahre im Jahre 1955 geboren. Nach dem Abitur wurde er während seines obligatorischen Wehrdienstes bei der Nationalen Volksarmee für den Staatssicherheitsdienst angeworben. Dort durchlief er die übliche militärisch-geheimdienstliche Grundausbildung und studierte danach Gesellschaftswissenschaften und Journalismus.

Als Politoffizier einer Grenzeinheit betreute Müller eine Dokumentation des DDR-Fernsehens über die Grenzsicherung durch den "antifaschistischen Schutzwall". Dadurch wurde er mit dem Politkommentator des DDR-Fernsehens Karl-Eduard von Schnitzler bekannt, der die Grenzeinheit im Rahmen dieser Dokumentation besucht hatte. Bei abendlichen Gesprächen während des mehrtätigen Drehs kamen sich Schnitzler und Müller näher. Besonders interessant fand Schnitzler die Anmerkungen von Müller zum Stil der Texte des Fernsehstars. Müller machte Vorschläge, wie diese subtiler, weniger aggressiv und stärker unterbewusst wirkend gestaltet werden könnten.

Schnitzler schickte ihm in den kommenden Wochen immer wieder Textentwürfe, die Müller in diesem Sinne überarbeitete. Aufgrund der engen Kontakte des Politkommentators zu den Spitzen des Ministeriums für Staatssicherheit und des Zentralkomitees der SED konnte er erreichen, dass Müller ihm zunächst für zwei Jahre als persönlicher Referent an die Seite gestellt wurde. Daraus wurde eine tägliche enge Zusammenarbeit, was dazu führte, dass Müller alle Texte von Schnitzler bis zum Zusammenbruch der DDR überarbeitete. Allerdings gelang es ihm nur teilweise, seinen Chef von einem allzu geifernden Stil abzuhalten. Als Stasi-Offizier hatte Müller aber gelernt, sich einzufügen und unterzuordnen. Im Range eines Majors wurde Müller nach Auflösung der DDR-Sicherheitsorgane in die Arbeitslosigkeit entlassen.

Angesichts der Aussichtslosigkeit einer Anstellung im vereinigten Deutschland ging Müller zunächst nach Schweden und dann in die USA, wo er für Greenpeace, Amnesty International und ähnliche Organisationen als freier Mitarbeiter tätig wurde. Dabei erwiesen sich seine ausgezeichneten Englisch-Kenntnisse natürlich als essenziell. Seine frühere Tätigkeit konnte er leicht verheimlichen.

Müller konzipierte Aktionen (Demonstrationen, Blockaden, Plakataktionen, Medienkampagnen u.ä.), mit denen diese Organisationen auf ihre Ziele aufmerksam machten und Spendengelder einwarben. Auch hier lag sein Interesse besonders auf der Entwicklung und Anwendung von Methoden, die den Texten und Slogans eine unterbewusst wirkende, emotionale Ebene hinzufügten.

Nach 15 Jahren im Ausland kehrte Müller nach Deutschland zurück. Er hatte sich durch seine o.g. Tätigkeiten ein weltweites Netzwerk von Kontakten zu Umweltaktivisten, Globalisierungsgegnern, Frauenrechtlern sowie zu linken und grünen Parteifunktionären aufgebaut, was ihm ermöglichte, als freier und weitgehend anonym arbeitender Berater (in den USA "Spin Doctor" oder "Media Consultant" genannt) zu arbeiten. Wieder lag der Schwerpunkt seiner Tätigkeit auf der Verfassung bzw. Überarbeitung von Texten und der Ausarbeitung von PR-Strategien, welche mit ausgeklügelten Methoden entweder politische Gegner schädigen oder die Agenda des Auftraggebers bewerben sollen.

Da Müller immer im Hintergrund bleibt, kann er problemlos zur gleichen Zeit für verfeindete politische Bewegungen arbeiten, ohne dass dies sichtbar wird. Müllers Arbeiten haben sich als so wertvoll erwiesen, dass er außergewöhnlich hohe Honorare verlangen kann, was ihm einen luxuriösen Lebensstil ermöglicht. Deshalb hält er sich meistens entweder in seinem Haus auf Mallorca oder auf den Malediwen auf. Er lebt seit 5 Jahren mit seiner 28-jährigen portugiesischen Freundin zusammen, hat aber keine Kinder. Müller korrespondiert mit Hilfe aufwändig verschlüsselter E-Mails mit seinen Auftraggebern. Persönliche Gespräche oder Telefonate sind selten. 

Lothar Müller hat sein Buch "Der Schein bestimmt das Sein" (Bewährte Methoden zur Bereinigung der Realitätswahrnehmung der Bevölkerung) als ein Manual verfasst, welches auf vertraulicher Basis nur sorgfältig ausgewählten Mitarbeitern oder Partnern seiner Auftraggeber zugänglich gemacht wird. Voraussetzung hierfür ist u.a. die Unterzeichnung einer Vertraulichkeitserklärung, deren Verletzung mit Strafen von 100.000 bis 250.000 Euro sanktioniert wird.

In Analogie zu den Beraterhonoraren von Müller - die sich etwas oberhalb des üblichen Rahmens bei 1.000 bis 1.500 Euro pro Stunde plus Spesen bewegen - wird für eine Kopie von Müllers Manual eine Lizenzgebühr für die Nutzung seiner Methoden von 5.000 Euro verlangt. Bei jedem seiner Aufträge werden eine Reihe dieser Lizenzen als Teil des Beratervertrages vergeben. Es wird vermutet, dass Müller bislang zwischen 1.500 und 2.000 dieser Lizenzen vergeben hat.

Müller wird als Berater überwiegend von Regierungsorganisationen, linken und grünen Parteien, politisch ausgerichteten Stiftungen von Milliardären, aber auch von großen Firmen unter Vertrag genommen.

In diesem Zusammenhang hat er auch die ausführlichen Empfehlungen zur Gegenpropaganda und persönlichen Diffamierung verfasst, die in die Transkripte der Geheimvorträge des verstorbenen (ermordeten) ehemaligen Bundesfinanzministers Prof. Dr. Jan Mayerhof eingeschoben worden sind. Diese Transkripte wurden auf USB-Sticks in verschiedenen Verstecken nach seinem Tode aufgefunden und für die Publikation vorbereitet. Ein Insider hat jedoch vorher die Files heimlich kopiert und den ehemaligen politischen Feinden von Mayerhof zugänglich gemacht. Diese haben Müller beauftragt, so dass eine gezielte Gegenpropaganda anlaufen kann, sobald Mayerhofs Texte (von seinen Anhängern "Vorträge zu den Mayerhof'sche Gesetzen" genannt) publiziert worden sind.

Müller bezieht sich in seinen Handlungsempfehlungen für die Gegenpropaganda oder Neutralisierung von Mayerhofs Thesen häufig auf bestimmte Abschnitte in "Müllers Manual" (kurz MM), um sich ausführlichere Erläuterungen zu ersparen. Zum Beispiel bezeichnet also der Verweis "MM C-2" diejenigen Methoden, die im zweiten Teil des Abschnittes C von Müllers Manual beschrieben sind.