Was liegt unter der Oberfläche des Romanzyklus "Geheimprojekt Übermensch?

Wie das PIPMET (Pictorial Metaphor) zum Logo der „Wunderbare Metamorphosen“ andeutet, kann man sich hinter die Oberfläche der unterhaltsam geschriebenen Texte begeben und wie auf einer Leiter in das Innere der Geschichten hinaufsteigen. Jeder wird dort finden, was er sehen will und kann.

"Geheimprojekt Übermensch" ist am besten als eine Romanserie zu beschreiben, die vielleicht sogar in Form eines "Lit-Leaks" bisher geheim gehaltene Entwicklungen offenlegt. Sollten sie tatsächlich existieren, dann verblassen dagegen alle Leaks über die Arbeit von Geheimdiensten, Militärs und Finanzjongleuren als Nebensächlichkeiten. Insofern wäre es falsch, von einem Zukunftsroman, einer Science Fiction Geschichte oder einer „Faction“ zu sprechen. Schon oft hat sich gezeigt, dass die Realität viel unglaublicher ist als jeder Fiktion!

 
Hier einige Anmerkungen zu dem, was sich dem interessierten Leser erschließen mag:

Die erste Schicht ist spannend, manchmal märchenhaft und interessant. Der Text ist bewusst in flüssiger und eingängiger, oft leicht ironischer oder witziger Weise geschrieben, um dem Vergnügen des Lesers zu dienen, wie er es auch bei einem Krimi oder Unterhaltungsroman erwartet und genießen möchte. Die oft abenteuerliche Handlung an exotischen Orten beschreibt noch nie gehörte, sensationelle Geschichten, wobei offenbleibt, wie die Anteile des Wirklichen, des Wahrscheinlichen und des Märchenhaften verteilt sind. Das Handlungsabenteuer verbindet sich mit Hinweisen auf bisher kaum beachtete Möglichkeiten der Entwicklung der Menschheit. Dies betrifft nicht nur die Erschaffung Eier-legender Frauen, sondern auch das Entstehen von Über-Über-Menschen. Vielleicht kommt die wirkliche Bedrohung der menschlichen Zivilisation nicht aus dem All, sondern von neuen, genetisch modifizierten menschlichen Arten, die unvorstellbare Fähigkeiten besitzen.

 

Die zweite Schicht speist sich aus einer Bibliothek von menschlichen Charakteren und Verhaltensweisen. Sie kann nur im Geiste eines Autors entstehen, der ein reiches Leben in verschiedenen Welten geführt hat. Schmerzende Empfindsamkeit hinter der Oberfläche des Erfolges war wohl Augenöffner und Vergrößerungsglas, so dass Hunderte menschlicher Charaktere und Handlungen fest in sein Gedächtnis eingebrannt wurden. Deshalb können Fragmente dieser erlebten Realitäten zu neuen, erfundenen Charakteren zusammengesetzt werden. Diese Kunstfiguren behalten jedoch den Geruch der Wahrhaftigkeit des Realen, welcher die Voraussetzung für intensives Mitfühlen und Miterleben des Lesers ist. 

 
In einer dritten Schicht mag man psychologische und dramaturgische Kompositionen finden, die der Autor aus einer reichen Sammlung von Strukturen, Prinzipien und Methoden sparsam ausgewählt hat. Er benutzt sie wie ein Gerüst, an dem sich die Lianen der Handlung und Figurenentwicklung emporranken können. Wer durch das Blätterwerk hindurchsehen kann, wird einiges davon erkennen. Jedoch sollten Stützen scheinbar frei wuchernder Pflanzen bewusst so konstruiert sein, dass sie bei der Erfüllung ihrer tragenden Rolle unsichtbar bleiben.  

Auf die handwerklichen Tricks der Schnitzeljagden und Puzzlespiele wird verzichtet. Es ist leicht, drei bis vier simple Handlungsstränge zu konstruieren, die entstehenden Texte mit einer Schere zu zerschneiden und deren Fragmente in mehr oder weniger ungeordneter Folge als Roman aneinanderzukleben. Eine ähnliche Scheinspannung wird erzeugt, wenn man dem Leser eine Sammlung von Puzzleteilen in den Schoß wirft, die er unter dem Druck einer unbestimmten Bedrohung der Hauptfiguren zusammensetzen soll. Bei der Handlung des „Menschen-Ei“ ist es nicht nötig, Spannungen durch den Trick der Informationsverknappung oder –fragmentierung zu erzeugen. Die Geschichten sind deshalb weitgehend linear und chronologisch erzählt. 

Eine vierte Schicht mag der interessierte Leser in Form von philosophischen, psychologischen und politischen Spekulationen und Gedanken finden, welche zuweilen durch die Handlung und das Verhalten der Figuren hindurchscheinen. Vielleicht eröffnen sich gelegentliche Blicke auf viel größere Gedankengebäude, die jedoch in Form eines Romans nicht dargestellt werden können. Sind dies Hypothesen des Autors? Wir werden es vermutlich nie erfahren.